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Umgang mit behinderten Menschen üben Diesen Text vorlesen lassen

Mitarbeiter des Nahverkehrsbetriebs Stoag nehmen ab Februar an Schulungen teil. Sie üben zum Beispiel das Einsteigen mit einem Rollstuhl.

 

Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) – 08.12.2016

Von Steffen Ludwig

 

http://www.bsvo.de/images/43_122795148.jpg

Beim Pressetermin an einer Haltestelle: v.li. Dozent Norbert Heining, Markus Hohn vom Blindenverein, Ute Koppers-Messing (Stoag), sowie Klaus Butscher (Fahrschule), Sibylle Kogler (Stadt) und Klaus Krüssmann.

Foto: Kerstin Bögeholz

 

Oberhausen. Ein Rollstuhlfahrer wartet auf den Bus. Die Linie 976 kommt und hält. Der Busfahrer steigt aus, legt die Rampe für den Rollstuhlfahrer aus, dann geht er zurück ans Steuer. Fahrgäste mit Behinderung bedeuten einen Mehraufwand für Busfahrer. Und das führt gelegentlich zu Konflikten, wie Markus Hohn vom Blinden- und Sehbehindertenverein schildert. „Einige unserer Mitglieder beschweren sich über genervte Busfahrer. Ich persönlich hatte aber noch keine Probleme.“ Die Verkehrsbetriebe Stoag schulen seit langem ihre Fahrer im Umgang mit Rollstuhl- und Rollatorennutzern, ab Februar 2017 geschieht dies noch ausführlicher in Kooperation mit der Fahrschule Krüssmann.

 

„Eingeschränkte Mobilität ist ein sehr wichtiges Thema in der Gesellschaft.“

Ute Koppers-Messing, Stoag

 

Ziel der Schulung ist, dass die Stoag-Mitarbeiter sich in die Situation von Fahrgästen hineinversetzen, die eine Behinderung haben. Sie werden beispielsweise mit einem Roll-stuhl in den Bus einsteigen oder mit einer seheinschränkenden Brille einen Fahrschein entwerten. Außerdem werden die Teilnehmer bei dem Lehrgang einen sogenannten Altersanzug tragen, der Beeinträchtigungen im Alter simuliert.

 

„Es gab Schulungsbedarf, aber auch gesetzliche Vorgaben“, erklärt Stoag-Betriebsleiterin Ute Koppers-Messing. Stoag-Pressesprecherin Sabine Müller meint: „Wir haben unsere Fahrer schon vorher geschult. Nun wurde das Thema auch in die Seminare der Fahrschule integriert.“ Denn die Europäische Gemeinschaft schreibt den Verkehrsbetrieben in den Kommunen solche Nachschulungen vor. In der Verordnung ist die Gleichstellung von „mobilitätseingeschränkten Fahrgästen“ festgelegt. Fahrer sollen für einen angemessenen Umgang mit gehandicapten Personen sensibilisiert werden und entsprechend Hilfe leisten können. Die Schulungen der Fahrer müssen ab März 2018 angeboten werden.

 

Die Verkehrsbetriebe legen jetzt schon los. Alle Stoag-Busfahrer müssen innerhalb von fünf Jahren an fünf Seminaren teilnehmen, um ihre Fahrerlaubnis zu verlängern. Die rund 330 Busfahrer, die für die Stoag fahren, nehmen unter anderem an Seminaren zu den Themen Sicherheit, Wirtschaftlichkeit und kundenorientiertes Verhalten teil, wozu auch die Mobilitätsschulungen mit Blick auf Behinderte, Senioren und Kranke gehören.

 

Wichtiges gesellschaftliches Thema

„Eingeschränkte Mobilität ist ein sehr wichtiges Thema in der Gesellschaft“, sagt Koppers-Messing. „Deshalb haben wir schon frühzeitig die Fahrer geschult, demnächst auch Kundendienstmitarbeiter. Die Fahrschule Krüssmann nimmt eine Vorreiterrolle mit den Mobilitätsschulungen ein.“ Inhaber Klaus Krüssmann: „Die Bevölkerung altert. Es geht uns alle etwas an.“ 90 Prozent der Haltestellen habe die Stoag laut Sprecherin Müller schon behindertengerecht umgebaut. Sie betont: „Wir tun viel für mobilitätseingeschränkte Fahrgäste.“



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